WIR in Breitenbach

stoerche3Deutschlandweite Rarität im Kreis Kusel nachgewiesen

Eine überraschende Wende nahm im Juni dieses Jahres der geplante Bau von Windkraftanlagen auf der Gemarkung Breitenbach im Kreis Kusel. Im Zuge eines, von der Betreibergesellschaft PRO Wind AG ordnungsgemäß in Auftrag gegebenen naturschutzrechtlichen Gutachtens, wurde ein besetzter Horst des sehr seltenen Schwarzstorchs mit Jungvögeln nachgewiesen. Die Windräder sind – laut PRO Wind – somit vom Tisch. Der Ortsbürgermeister von Breitenbach Herr Knapp hat mich daraufhin informiert und zusammen haben wir den Horst gesucht u beschlossen, zum Schutz der Jungvögel, die Öffentlichkeit erst zu informieren, nachdem die Jungstörche das Nest verlassen haben. Dies war in der ersten Augustwoche der Fall.

Der Schwarzstorch brütet bevorzugt in naturnahen Laub- und Mischwäldern auf Altbäumen mit lichter Krone. In der näheren und weiteren Umgebung müssen naturnahe Bäche, Sümpfe, Feuchtwiesen, Waldteiche oder Altwasserarme zur Nahrungssuche vorhanden sein. Seine Nahrung besteht überwiegend aus (Wasser-) Insekten, Fischen und Amphibien, seltener Reptilien und Mäuse. Auf der Nahrungssuche legt er zum Teil weite Strecken zurück. Der tagaktive Schwarzstorch ist in seinem Brutgebiet sehr scheu, wobei er sich auf der Nahrungssuche schon mal in Siedlungsnähe wagt. Der Waldstorch, wie er im Volksmund auch genannt wird,  ist streng geschützt und es besteht eine hohe Verantwortungsstufe (??). Seine größte Bedrohung geht von intensiver Land- u Forstwirtschaft aus. Die Trockenlegung von Feuchtgebieten ist sein Untergang.

Schutzmaßnahmen: vor allem die Erhaltung naturnaher Wälder mit hohem Altholzbestand (wie hier in Breitenbach oder angrenzend am Höcherberg) so wie von Wald- und Grünlandfeuchtgebieten und der  Schutz langsam fließender Gewässer in Wäldern sind von hoher Wichtigkeit. Da das gesamte Waldgebiet als Vermehrungsbiotop von besonderer Naturschutzbedeutung ist,  wird der Standort auch den Umweltbehörden des Landes so wie dem ArtenFinder Portal gemeldet und man sollte erwarten dürfen, dass dieser Lebensraum durch den behördlichen Naturschutz und den Forst zukünftig geschützt u dauerhaft erhalten wird!

Bleibt noch zu erwähnen, dass der Brutstandort Luftlinie nur ca. 4 km von den 5 großen, auf saarländischer Seite des Höcherbergs in unmittelbarer Nähe von Dunzweiler geplanten Windrädern entfernt ist. Hier wurde  - nachweislich – kein naturschutzrechtliches Gutachten erstellt und die saarländische Landesregierung und der Betreiber der Windkraftanlagen JUWI behaupten sogar, dass selbst der Rote und Schwarze Milan nur sporadisch vorkommen, obwohl in den Altholzbeständen dieser Höhenlagen ein bedeutender Bestand dieser beiden Milanarten nachgewiesen werden konnte!

Mit den besten Grüßen

Gunther Kopp

Beauftragter für Landespflege der Gemeinden Waldmohr, Breitenbach, Dunzweiler

Anlage:    3 Fotos

 

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